«QiGong Basis ist einfach bereichernd»

Luzern, 12. April 2012 – Nicht nur als Therapieform für die eigene Praxis, sondern auch für die eigene Gesundheit und das eigene gute Leben: QiGong hilft Geist und Körper. Die Kinesiologin Silvia Studer‐Boss antwortet im Interview auf Fragen zu den Erfahrungen, die sie im Grundmodul QiGong Basis gemacht hat.

Eine QiGong‐Ausbildung, so lässt sich sagen, ist absolut eigennützig. Natürlich ist es das Ziel, dass TherapeutInnen lernen, für ihre PatientInnen QiGong‐Übungen auszuwählen und sie ihnen beizubringen.

Und doch: Zuallererst ist QiGong das Beste, was man für die eigene Gesundheit tun kann. So löst und leitet es den Energiefluss und stärkt die Selbstheilungskräfte auf beispiellose Weise. Aus genau diesem Grund hat die Kinesiologin Silvia Studer‐Boss im Frühling 2012 den Kurs QiGong Basis gemacht: einfach so, zu ihrer persönlichen Weiterbildung. Seit 2007 führt sie in Schmerikon ihre Kinesiologie‐Praxis, siehe www.kinesiologie‐foryou.ch. Silvia ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Silvia, du hast dich in der Facebook‐Gruppe begeistert über QiGong Basis geäussert. Was ist das Tolle an QiGong?

Toll ist, dass es wirklich jeder anwenden kann. Es gibt Übungen für jedes Alter und für jeden Gesundheitszustand. Mit QiGong kann man Krankheiten lindern oder vertreiben und, noch besser, man kann Krankheiten vorbeugen. Mit dem aktiven QiGong kann ich meinen Körper stärken und dazu anregen, Blockaden selbst zu lösen. Gerade die langsamen Bewegungen stärken die Muskeln beträchtlich.

Und meditatives QiGong?

Das beruhigt den Geist, und das wird in unserer hektischen Zeit immer wichtiger. Hat man noch die richtige Atemtechnik, macht man sehr viel Gutes für Körper, Geist und Seele. Auch haben wir spezielle Übungen kennengelernt, die sehr wohltuend sind, z.B. für den Rücken.

Was gefällt dir persönlich an QiGong so gut?

Naja, es ist anstrengend und gleichzeitig entspannend und absolut lehrreich, ich fühle mich einfach gut. Ausserdem brauche ich dazu keine teuren Geräte und kann jederzeit und überall üben.

Welches ist deine Lieblingsübung und wozu ist sie gut?

Eigentlich hat mir alles gefallen, ganz ehrlich. Speziell vielleicht das 5 Elemente‐QiGong. Das Ziel ist die Harmonisierung der 5 Elemente, was zu grossem Wohlbefinden führt. Jedem Element sind ja bestimmte Organe zugeordnet, und diese Organe werden dann harmonisiert. Wenn man bestimmte Schwächen in einem Element immer wieder hat, kann man gezielt dieses Element stärken. Und auch wenn wir nur speziell ein Element stärken, profitieren die anderen Elemente automatisch auch mit. Dies merke ich im Moment sehr gut an meiner Verdauung.

QiGong, so sagen die DozentInnen, müsse man jeden Tag üben. Hast du das auch gemacht? Morgens gleich nach dem Aufstehen?

Ich habe mindestens die 8 Brokate fast jeden Tag geübt, wenn nicht am Morgen, dann irgendwann während des Tages oder halt auch mal am Abend. Auch wenn der Kurs vorüber ist, übe ich weiter, und mein Ziel ist es, das wirklich jeden Morgen zu tun, da dies ja die optimale Zeit ist, das Qi anzuregen. Aber ich denke, vor allem am Anfang ist es wichtig, dass man ohne Zeitdruck und Zwang übt, mit viel Freude. Da bin ich dann selbst verantwortlich, wie viel Zeit ich mir selbst Wert bin.

Meinst du, dass aus dieser Verpflichtung zum Üben, zumindest dieser Überwindung, einmal eine Selbstverständlichkeit wird? Oder sogar ein Zustand, in dem man einfach nicht kann, ohne täglich QiGong zu üben?

Auf jeden Fall, ich merke ja bereits jetzt, dass alles viel einfacher wird, vieles im Körper besser fliesst. Am Anfang ist es wohl für die meisten ein kleines Problem, da man sich noch auf den Ablauf konzentrieren muss: Wann muss ich atmen, was kommt als nächstes. Aber jetzt hat sich dies schon recht gelegt und es macht einfach Spass. Dass dies sogar ein Zustand wird, ohne den man nicht mehr gerne wäre, davon bin ich absolut überzeugt.

Viele QiGong‐Praktizierende sagen, sie spüren genau, wie das Qi durch ihren Körper fliesse. Hast du das auch gespürt?

Bei der einen oder anderen Übung konnte ich das Qi deutlich spüren. Aber ich denke, selbst wenn dies jemand nicht sofort spürt, ist die Wirkung trotzdem da. Ich glaube, wenn jemand noch gar keine Berühung mit Energiearbeit hatte, dauert es vielleicht ein bisschen länger, wie bei allem, dass man neu erlernt.

Was hat deine Familie dazu gesagt, dass du so komische Übungen machst?

Meine Familie ist da sehr offen, sie ist es sich natürlich gewöhnt. Die Jungs waren im Karate und mussten da auch ganz ähnliche Übungen machen. Kinder sind sowieso viel offener als Erwachsene. Sie spüren intuitiv, was gut tut. Kritische Stimmen von aussen gibt es natürlich immer und sind für mich völlig ok. Ich versuche nie, jemanden von etwas zu überzeugen, sondern ich überlasse allen die Wahl, ob sie etwas ausprobieren wollen oder nicht. Und jemand, der denkt, QiGong sei lächerlich, der sollte mal die Übung «Stehen wie ein Baum» ausprobieren. Ich denke, nach fünf Minuten verschwindet das Lachen, denn «Stehen wie ein Baum» sieht so einfach aus und ist doch so schwierig. Man muss in einer speziellen Position stehen, und obwohl man sich mit der Zeit verkrampft, muss man lernen, sich zu entspannen, und gleichzeitig sollte man noch den Kopf ausschalten. Wer darin geübt ist, kann das «Stehen wie ein Baum» bis auf eine Stunde ausdehnen.  

Du führst eine Kinesiologie‐Praxis. Wie bist du auf die Idee gekommen, QiGong zu machen?

Ich wollte einfach einmal eine Weiterbildung machen, die nur für mich selbst ist. In der heutigen so hektischen Zeit, denke ich, wird es immer wichtiger, sich selbst wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Und gerade als Therapeutin bekommt man täglich sehr viel Belastendes mit, und es ist nicht immer leicht, sich genügend abzugrenzen. Während der Kinesiologieausbildung hatten wir die eine und die andere DozentIn, die uns immer wieder einmal QiGong‐Übungen zeigte. Ich fand dies immer sehr bereichernd.  

Sind die QiGong‐Übungen auch etwas, das du als Kinesiologin deinen KlientInnen mitgeben kannst?

Auf jeden Fall. In der Kinesiologie haben wir ja sogar die Möglichkeit auszutesten, welche Übung eine KlientIn am meisten stärken wird. Überhaupt, so habe ich jetzt nach dem Kurs gemerkt, gibt es sehr viele Parallelen zwischen Kinesiologie und QiGong. Beide Systeme arbeiten mit den Meridianen und den Elementen, und beide haben das Ziel, Blockaden aufzulösen. Ich bin sehr froh, habe ich mit QiGong eine zusätzliche Balanciermöglichkeit gefunden, und zwar eine sehr gute.  

Machst du weiter mit deiner QiGong‐ Ausbildung? Oder war’s das?

Vorerst werde ich jetzt möglichst viel des Gelernten umsetzen. Danach wird sich zeigen, wie viel und was ich noch speziell vertiefen werde. Auf jeden Fall kann ich den Kurs jedem empfehlen, es hat wirklich viel Spass gemacht und war sehr lehrreich. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich nochmals herzlich bei Katerina und Fei bedanken, dass sie uns einen Teil ihres grossen Wissens weitergegeben haben. Es war – und ist – einfach sehr bereichernd.

Besten Dank, Silvia.