«Heute Abend gehen wir feiern»

Ebikon, 7. Juni 2018 – Claudia, Jeannine und Liliane sind unsere ersten drei Shiatsu-KT-Absolventinnen. Direkt nach der Prüfung vom 30. Mai 2018 haben wir Liliane getroffen. Sie erzählt, wie die Prüfung war – und wie sie als Notfallpflegende zu Shiatsu gekommen ist.

Die fernöstliche Philosophie erklärt ihr Symptome, die unsere West-Medizin nicht erklären kann: Liliane Bernet, Pflegefachfrau DNII HF und dipl. Expertin Notfallpflege NDS HF, ist jetzt mit unserem Abschluss «Komplementärtherapeutin HPS in der Methode Shiatsu» bzw. dem damit verbundenen «Branchenzertifikat OdA KT in der Methode Shiatsu» auf dem Weg zum eidg. Diplom.

Liliane, herzlichen Glückwunsch. Viel gelernt, nervös gewesen? Zufrieden mit dem Resultat?

Bis vor einigen Tagen war ich noch sehr entspannt, hab zwischendurch mal was nachgeschlagen und fühlte mich sicher. Zwei Tage vorher hatte ich dann doch plötzlich das Gefühl, noch dieses und jenes nachlesen zu müssen, was ich dann auch getan habe. Geschlafen hab ich glücklicherweise trotzdem gut.

Die Prüfung ist ja neu.

Ja, und wir sind die ersten Geprüften. Da fand ich es schwierig abzuschätzen, was effektiv gefragt und beobachtet wird, obwohl das Prüfungsreglement sehr strukturiert und gut beschrieben ist. Doch vor allem auch beim zeitlichen Ablauf bestanden für mich einige Unsicherheiten.

Aber dann ist alles gut gelaufen?

Ja, ich bin sehr zufrieden und stolz, das Resultat ist sehr gut. Ausserdem muss ich sagen, finde ich den Ablauf der Prüfung sinnvoll. Da wird wirklich geprüft, wie man die Kompetenzen der KT in den Praxisalltag integriert und umsetzt, zum Beispiel wie man das Fachwissen und psychosoziale Aspekte einfliessen lässt.

Und jetzt: was ist dein nächstes Ziel?

Heute Abend feiern gehen mit Jeannine und Claudia, meinen beiden Mitstudentinnen, die haben ja auch bestanden!

Schickst du uns dann ein Foto?

Klar.

Und dann, wie weiter?

Dann werde ich am Aufbau meiner Website arbeiten und weiter Erfahrungen sammeln bei der Arbeit in meiner Praxis. Sobald möglich, möchte ich die eidgenössische Prüfung ablegen und bis dahin auch Weiterbildungen besuchen, um weitere Schwerpunkte und Techniken des Shiatsu zu erlernen.

Kaum fertig, schon Weiterbildung?

Ja, für kommenden Herbst sind Weiterbildungen geplant in Orthomolekularmedizin und Psychosomatik. Ausserdem interessiere ich mich sehr für hypnosystemische Kommunikation. Mit der Ausbildung zur Komplementärtherapeutin hat sich mir eine grosse Welt eröffnet, ich bin voller Ideen und Motivation.

Du arbeitest ja in der Notfallpflege, bist also diplomierte Expertin NDS HF. Wie bist du aus der Hektik der Notfallpflege zur Ruhe des Shiatsu gekommen? Gab es einen Anlass oder wie lief das?

Ich arbeite nun seit 14 Jahren auf einer interdisziplinären Notfallstation. Immer wieder kommt es vor, dass Patienten leichte bis massive Symptome aufweisen und in sämtlichen Untersuchungen kein Grund dafür gefunden werden kann. Weder in der Labordiagnostik, noch in irgendeinem der bildgebenden Diagnoseverfahren. Das empfinde ich als sehr unbefriedigend, denn so bleibt nur noch, den Patienten wieder nach Hause zu schicken, meist mit Medikamenten, die einfach die Symptome lindern. Das Gute dabei ist, dass die Patienten schon sehr beruhigt sind, dass sie nicht «ernsthaft erkrankt» sind. Doch Ursachen, die sich nicht rein physisch zeigen, gehen in der stark körperorientierten westlichen Medizin eher unter. Was weiter hinter den Symptomen steckt, warum sie sich zeigen und was sie zeigen – diese Fragen sind für mich offen geblieben.

Und jetzt hast du Antworten?

Ja, ich habe nach anderen Wegen gesucht, und dabei bin ich auf die fernöstliche Philosophie gestossen. Sie betrachtet den Menschen ganzheitlich, also unter Einbezug von Körper, Seele und Geist sowie Umwelt und Ernährung, und da habe ich Zusammenhänge kennen gelernt, die natürlich und sinnvoll vernetzt sind. Also ja, ich habe viele Antworten gefunden auf meine Fragen.

Wie passt da die Komplementärtherapie hinein?

Die grosse Chance der KT sehe ich darin, Lücken zu füllen oder zu ergänzen, die in unserem Gesundheitssystem entstanden sind, durch Spardruck und Personalmangel. Ausserdem fördert die KT die Selbstwahrnehmung, Selbstregulation und Genesungskompetenz. Damit kann langfristig gesehen bessere Gesundheit und mehr Eigenverantwortung in der Gesellschaft erreicht werden.

Und Shiatsu, was bedeutet das für dich? Und wie ist es eigentlich, ein Shiatsu zu geben? Kann man das überhaupt beschreiben?

Shiatsu bedeutet für mich Ruhe, Wahrnehmung, loslassen, fliessen lassen, Präsenz. Shiatsu zu geben war für mich am Anfang anstrengend und ermüdend, da ich immer so viel überlegen musste, wo welcher Meridian durch geht, wie meine Position ist usw. Mit der Übung dann ist die Entspannung gekommen, das Loslassen, intuitives Arbeiten, fliessen lassen, und da finde ich auch selbst Ruhe. Shiatsu zu geben, das ist eine schöne Arbeit.

Wie baust du jetzt deine Praxis auf? Teilzeit Praxis, Teilzeit Notfallpflege?

Ich bleibe bis auf Weiteres mit 30% auf der Notfallstation und baue meine aktuell 10-20% Praxistätigkeit laufend weiter aus, wobei ich die Terminplanung möglichst den Stundenplänen meiner Kinder anpasse. Bisher klappt das prima.
Je älter sie werden, desto mehr Möglichkeiten habe ich, Termine zu vergeben, wobei ich darauf achten möchte, genug Zeit für mich und die Familie einzuplanen. Die Familie kommt für mich immer noch an erster Stelle.

Hier noch eine Frage aus der Werbeabteilung: Unsere Schule, wie gefällt sie dir, wie war der Unterricht?

Ich habe mich an der Heilpraktikerschule Luzern seit dem ersten Kurs sehr wohlgefühlt. Mein erster Schultag, das war 5 Elemente und 14 Meridiane, war schon vollgepackt mit vielen neuen Informationen, die von Petra voller Elan und Herzblut vermittelt wurden und ich ging glücklich nach Hause, weil ich wusste, hier bin ich richtig. Neben Petra habe ich viele weitere tolle DozentInnen kennengelernt, die mir, jeder auf seine Art, aus seiner Welt, vieles auf den Weg mitgegeben und neues Wissen vermittelt haben. Man begegnet sich auf Augenhöhe mit gegenseitigem Respekt und Freundlichkeit, aber auch locker und entspannt. Die wohlwollende und freundschaftliche Art des Unterrichts hat mich sehr angesprochen und mir das Lernen erleichtert. Ausserdem habe ich neue Freunde gefunden und dazu noch Kontakte geknüpft, die ich auf meinem beruflichen Weg nutzen kann.

Bessere Werbung geht ja nicht. Letzte Frage: Fernöstliche Philosophie – hast du einen Lesetipp?

Ja, gerne: Wer die fernöstliche Philosophie kennenlernen will, dem empfehle ich «Fünf Elemente und zwölf Meridiane. Ein Handbuch für Shiatsu, Akupunktur und Körperarbeit» von Wilfried Rappenecker.

Danke fürs Gespräch, Liliane, und weiterhin viel Erfolg.

Tiptop, danke, Martin.


Es folgen Interviews mit Claudia und Jeannine.


Liliane Bernet (1979) ist Pflegefachfrau DNII HF und dipl. Expertin Notfallpflege NDS HF. Sie hat volles Programm: drei Kinder, zwei davon Zwillingsbuben, dazu 30 Prozent auf der Notfallstation, und jetzt nach ihrem Abschluss als Komplementärtherapeutin HPS in der Methode Shiatsu resp. dem damit verbundenen Branchenzertifikat OdA KT in der Methode Shiatsu erfolgt der Praxisaufbau und die Vorbereitung auf die Höhere Fachprüfung zum eidg. Diplom. Ach ja, und Sport: Body Pump, Schwimmen, Joggen.

Und das Foto, das Liliane vom Feiern geschickt hat, haben wir hier im Beitrag Die ersten Shiatsu-KT-AbsolventInnen.

Lilianes Praxisadresse
touch for balance
Liliane Bernet
Lielisloo 47
8965 Berikon
079 381 09 12
www.touchforbalance.ch
bernet@touchforbalance.ch

Claudias Praxisadresse
Claudia Sarri
Felsenegg 1
6023 Rothenburg
079 664 49 53
www.seelentau.ch
shiatsu@seelentau.ch


Jeannines Praxisadresse
Jeannine Bühlmann
Stadthausstrasse 6
6003 Luzern
079 129 68 88
www.empora.ch
info@empora.ch

Newsroom-Beiträge: zu «neuem Beruf» hier und zu «Shiatsu» hier

Ausbildungen: der Studiengang Shiatsu KT (eidg. Diplom) hier und das Modul Shiatsu Basis hier