«So viele Milchprodukte!»

Gleich drei Kurzausbildungen studiert Doris Walker (49) aus Erstfeld. Doris ist Mutter von fünf Kindern im Alter zwischen 14 und 27. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie einen Bio-Bauernhof. Was ihr die drei Kurzausbildungen bringen, das sagt Doris im Interview.

Doris, du hast im Frühling mit der Kurzausbildung «Ernährungsberatung nach den 5 Elementen» angefangen. Warum interessierst du dich für Ernährung?

Als junge Bäuerin habe ich die Bäuerinnenausbildung mit Meisterinnenprüfung absolviert. Schon in dieser Ausbildung hatte die Ernährung einen grossen Stellenwert. Da ich auch verantwortlich war für die Ernährung unserer Familie, war das für mich sehr wichtig. Ich habe auch bäuerlich-hauswirtschaftliche Lehrtöchter ausgebildet, auch ihnen wollte ich die Ernährung als etwas Zentrales vermitteln. Vor elf Jahren haben wir unseren Betrieb auf Bio umgestellt, aus Überzeugung, weil für uns immer das Natürliche im Vordergrund stand. Gute Lebensmittel, ohne Chemie und Zusatzstoffe, das bedeutet für mich Lebensqualität.

Bringt dir diese Ausbildung das, was du dir von ihr erhofft hast?

Ich habe erst den Grundkurs «Ernährung nach den 5 Elementen» besucht, der war sehr gut, und Peter hat ihn sehr gut vermittelt. Vor allem am Anfang habe ich stark umdenken müssen. Bisher habe ich vor allem mit unseren und mit einheimischen Produkten gekocht. Im Kurs habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass wir zum Teil ja wirklich recht einseitig essen. So viele Milchprodukte! Jetzt mache ich mir eine Freude daraus, abwechslungsreicher und vielseitiger zu kochen. Mir tut es sehr gut, und meine Familie gewöhnt sich vielleicht auch daran.

Warum studierst du die Kurzausbildung und nicht die Fachausbildung?

In unserem Betrieb ist einiges im Umbruch. Mein Mann geht langsam aufs Pensionsalter zu, und unsere Kinder wollen den Betrieb nicht übernehmen. So stellen wir jetzt von der Milchwirtschaft, die ja sehr arbeitsintensiv ist, auf Schafe um. Deshalb kann ich nun diese Ausbildung machen, die mir auch persönlich sehr viel bringt. Aber eine Fachausbildung wäre mir im Moment doch zu intensiv. Zudem wusste ich am Anfang fast nicht, wo anfangen, es hat mich sehr vieles interessiert. Du hast dann auch noch die Kurzausbildungen «Bach-Blüten» und «myKinesiologie» begonnen.

Was reizt dich an diesen Themen?

Beides habe ich schon selber beansprucht, und beide Male war ich erstaunt über die Wirkung. Auch das Psychologische gefällt mir, man muss sich mit den verschiedenen Menschentypen auseinandersetzen, und das reizt mich ganz besonders. Ich habe auch schon Bücher darüber gelesen.

Kannst du das, was du in deinen Kurzausbildungen lernst, in deinem Beruf oder in deiner Familie einsetzen?

Im Moment versuche ich, im Verwandten- und Bekanntenkreis etwas über Ernährung zu vermitteln. Da geht es mir aber mehr darum, selber zu lernen. Nach der Ausbildung würde ich sehr gerne nebenbei als Ernährungsberaterin arbeiten. Natürlich möchte ich dann auch mein Wissen über Kinesiologie und Bachblüten einsetzen. Die Kurzausbildungen sind für mich also ein erster Schritt, und ich folge meiner Neugierde.

Was hält deine Familie davon, dass du dir naturheilkundliches Wissen aneignest?

Wir waren als Familie schon immer auf dieser Linie. Darum hat es sie kaum erstaunt, dass ich diese Richtung einschlagen habe. Aber dass ich überhaupt noch einmal eine Ausbildung mache, hat sie am Anfang erstaunt, aber inzwischen, merke ich, sind sie sogar etwas stolz auf mich.

Gibt es etwas, das dich besonders beeindruckt?

Ich habe die beiden Kurse zu den Fachthemen «Lernen, Entwicklung, Persönlichkeit» und «Interaktion und Kommunikation» besucht. Die haben mich sehr fasziniert. Zsolt Joanovits konnte es auch gut vermitteln. Ich freue mich bereits auf den nächsten Kurs: «Umgang mit andern und sich selbst».

Als Bio-Bäuerin arbeitest du in einem Beruf, der dich an sieben Wochentagen von früh bis spät beansprucht.Hilft dir da das modulare System überhaupt?

Ja, das hilft mir sehr. Ich hätte niemals ein Studium anfangen können, wenn es das modulare System nicht gäbe. Für mich ist die Familie und der Betrieb immer noch sehr wichtig, darum könnte ich nicht einfach ein Vollstudium machen. Deshalb ist es gut, dass ich die Module nach meinen Bedürfnissen anordnen kann. Ich habe vor gut einem Jahr an der Heilpraktikerschule Luzern angefragt, ob sie mir ein persönliches Ausbildungsprogramm zusammenstellen können mit meinen bevorzugten Fächern. Ich habe dann noch mehrere Male etwas ändern lassen, und jetzt ist es gut. So war ich von März bis Ende Juni etwa einmal wöchentlich an der Heilpraktikerschule Luzern, manchmal sogar zweimal. Von Ende August bis Anfang Dezember habe ich vier mehrtägige Kurse plus den erwähnten Fachkurs. Das ist etwas intensiv. Doch danach habe ich mir bis Ende März keine Kurse eintragen lassen, damit ich wieder etwas Luft habe für die verschiedenen Arbeiten, die in dieser Zeit im Betrieb anfallen.