Die Schulleitung im Gespräch

Luzern, 14. Oktober 2012 – Ein verregneter und kalter Sommer. Die Schulleitung trifft sich im Saal Cheminee. Kurz wird überlegt, den Kamin anzuzünden, doch es geht auch so. Der Blick wandert über den Garten auf den See. Vom Stanserhorn bis zum Pilatus: Alles wolkenumhüllt. 

Peter, wie siehst du denn aus?

Peter von Blarer: Ja, ich komme gerade vom Gipsen, das sind noch die letzten Arbeiten vom Umbau. Der Saal Sousol sieht jetzt wirklich gut aus.

Um- bzw. angebaut habt ihr auch bei den Ausbildungen. Was ist neu?

Hein Zalokar: Neu ist, dass wir den Bereich Naturheilkunde stärken. Wir bieten jetzt neben dem Studiengang Traditionelle Europäische Naturheilkunde TEN, den wir übrigens auch überarbeitet haben, zwei Heilpraktiker-Fachausbildungen an. Die eine spezialisiert auf Phytotherapie, die andere auf Massagepraktiken wie z.B. auf Klassische Massage und Fussreflex.

Stephan Moor: Nicht zu vergessen den Ernährungscoach. Dieser ergänzt unser schon umfangreiches Ernährungsangebot und ist für den Bereich Naturheilkunde konzipiert. Ganz nach unserem Motto «Klein anfangen – gross raus kommen», ist das ganz im Sinne einer optimalen Ressourcen-Einteilung. So können sich Studierende zuerst der Fachausbildung Peter und Ulrike von Blarer Zalokar, Hein Zalokar und Stephan Moor Ausführliche Fassung des gekürzten Gespräches in der Ausbildungsbroschüre 2012/2013. Ernährungscoach widmen und später dann die Fachausbildung Heilpraktiker abschliessen. Alle Module des Ernährungscoaches sind nämlich auch Bestandteil des Heilpraktikers – so kann man sich stufenweise weiterentwickeln.

Und was unterscheidet diese Ausbildung zum Ernährungscoach von anderen?

Ulrike von Blarer Zalokar: Unser Ernährungscoach verbindet naturheilkundliche Ansätze mit chinesisch medizinischen Ansätzen. Dabei handelt es sich vor allem um Themen wie Materia Diätetica, Ernährung nach den 5 Elementen und Zungendiagnose. Diese Differenzierungen bieten andere Ernährungscoaches nicht.

Hein: Dazu kommt die moderne Naturheilkunde: Orthomolekular-Medizin und Haar-Mineral-Analyse und Darm-Check, also Methoden, bei denen man eng mit schulmedizinischen Labors zusammenarbeitet und exakt die richtigen Spurenelemente und Vitamine in der exakt richtigen Dosierung verschreiben kann. Das finden wir so wichtig, dass diese Module nun auch in der Diätetik West-TCM-Ausbildung enthalten sind.

Peter: Ausserdem bauen wir die neusten Erkenntnisse der Ernährungswissenschaften ein. Spannend ist übrigens, wie die TCM fast immer eine Erklärung liefert, und es fällt einem wie Schuppen von den Augen, wie die Zusammenhänge sind.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen TCM und Naturheilkunde bzw. TEN?

Ulrike: Die TCM bietet die 5 Methoden (Akupunktur, Arzneimittel (Phytotherapie), Ernährung, Tui Na (Massage) und QiGong) und einen theoretischen Hintergrund mit dem sich ganz viele Phänomene auch unserer modernen Welt erklären lassen. Bei der heute praktizierten Naturheilkunde TEN werden zahlreiche Behandlungsmethoden (Phytotherapie, Schüsslersalze, Orthomolekulartherapie (Vitamine und Spurenelemente), Wickel, Blutegel, Baunscheidtieren, etc. und verschiedene manuelle Methoden (Fussreflex, Manuelle Lymphdrainage, Craniosacral, Shiatsu, etc.) zu einem tollen individuellen Angebot zusammengestellt.

Peter: Bei der grossen Vielfallt der TEN hilft an der HPS Luzern immer wieder die TCM, die Übersicht zu behalten. Das ist ein richtig integratives Arbeiten. Ziemlich trocken kann man den Unterschied zwischen TCM und TEN auch so formulieren: Die TCM kommt aus China und basiert auf der Philosophie des Daoismus von Laotse. Die Naturheilkunde TEN hat ihre Grundlagen in vielen Arbeiten von sehr vielen Personen: in den Arbeiten von Hippokrates, Galen, Paracelsus, Pfarrer Künzle, Dr. Edward Bach, Dr. A. Vogel, Hanne Marquart und vielen weiteren. Viele dieser Leute sind auch durch die TCM beeinflusst.

Was dieses Jahr speziell war, ist, dass die Schulleitung um Stephan Moor erweitert wurde. Stephan, was sind deine Aufgaben?

Stephan: Mein Aufgabenprofil ist ein sehr vielseitiges: Zum einen nehme ich in der Schulleitung einen Teil der agogischen Leitung wahr und bin somit z.B. verantwortlich für die Praktikumsentwicklung. Des Weiteren führe ich, wie auch Hein, Ausbildungsgespräche, berate also Leute, die sich für eine Ausbildung interessieren, und helfe ihnen, die richtige Ausbildung zu finden. Zum anderen werde ich auch im Unterricht sowie in der HPS-Klinik anzutreffen sein.

Du bist das einzige Mitglied der Schulleitung, das nicht zur Familie gehört. Wie ist das?

Stephan: Ich kenne Ulrike, Peter und Hein und ihre Heilpraktikerschule ja schon seit vielen Jahren aus der Verbandsarbeit, und ich glaube nicht, dass man hier verwandt sein muss, um sich familiär zu fühlen. Seit ich das erste Mal diese Schule betreten habe, fühle ich mich einfach gut und aufgehoben hier.

Letztes Jahr habt ihr den Grossen KT-Tag durchgeführt. Interessierte konnten Shiatsu, Craniosacral und Kinesiologie live erleben. Wie ist dieser Tag angekommen? Plant ihr wieder einen?

Hein: Wir hatten über hundert Besucher hier, die sich für diese Methoden der Komplementärtherapie KT interessieren. Sie haben Kurzvorträge besucht, und auch die Schnupperkurse waren äusserst beliebt. Die DozentInnen und wir haben ein wunderbares Feedback erhalten.

Peter: Ja, die Resonanz war einfach super, und es war schön, das ganze Haus voller interessierter Leute zu haben und mit ihnen zu sprechen.

Stephan: Und ja, für 2012 planen wir einen grossen Tag der Alternativmedizin AM: den Grossen AM-Tag. Wer sich für die Methoden der AM interessiert, ist dann genau richtig bei uns. Wieder mit ganz kurzen Vorträgen und Schnupperkursen, sodass man gleich in die Fachrichtung eintauchen kann. Sobald wir das Datum haben, publizieren wir es auf der Website. Am besten trägt man sich für den Newsletter ein, das kann man gleich auf unserer Website www.hpsl.ch.