«Die Lymphdrainage ist die Königin unter den Massageformen»

Luzern, 6. August 2012 – Daniela Schenk unterrichtet unter anderem das Modul «Lymphdrainage Basis». Dieses Modul ist Teil fast aller Fachausbildungen in Manueller Therapie wie z.B. HeilpraktikerIn Massage‐Praktiken oder Klassische Massage – und eine anstrengende, jedoch sehr lohnende Einführung in die Manuellen Therapien.

Das Lymphsystem zu aktivieren und zu unterstützen, hilft dem Körper, sich zu reinigen und entgiften. Das Lymphsystem bildet Abwehrzellen, die wesentliche Teile des Immunsystems sind. Die Behandlung ist äusserst angenehm. Sie wirkt beruhigend und stärkend auf das Nervensystem und entspannt die Muskulatur wohltuend.

Im Interview antwortet Daniela Schenk, Ressort‐Leiterin «Manuelle Therapien» auf Fragen zum Modul «Lymphdrainage Basis».

Daniela, was ist das Spezielle an der Manuellen Lymphdrainage?

Manuelle Lymphdrainage gilt als Königin unter den Massageformen. Sie ist eine sanfte, rhythmische, entstauende Massage, die nie schmerzt.

Ist Manuelle Lymphdrainage eine Allein‐Therapie?

Die Manuelle Lymphdrainage ist grundsätzliche eine Therapieform für sich. Ihre Domäne ist die Entstauung des Gewebes, und zugleich unterstützt sie unser Immunsystem und verbessert die Wundheilung. Es macht natürlich Sinn, zu Manueller Lymphdrainage auch Klassische Massage und Fussreflexzonen‐Massage anzubieten.

Bei welchen Leiden sind Manuelle Lymphdrainagen angezeigt?

Bei Ödemen, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, bei Traumata, vor und nach Operationen, zum Beispiel bei Hüft‐Prothesen, künstlichen Kniegelenken, Zahnoperationen. Auch bei Ulcus, Migräne,stark schmerzenden Verspannungen helfen sie sowie bei kosmetischen Beschwerden wie Akne. Sehr gut wirkt die Manuelle Lymphdrainage auch bei Heuschnupfen.

Seltsam, dass etwas Massage‐Artiges bei Heuschnupfen hilft. Wie erklärst du das?

Die entstauende Wirkung der MLD lässt die Schleimhäute abschwellen. So sind sie weniger anfällig auf neue Pollen. Es ist also wichtig, Heuschnupfen‐PatientInnen in der anfallsfreien Zeit, sprich schon im Winter, zu behandeln.

Hast du viele Migräne‐KlientInnen? Und behandelst du alle mit Lymphdrainagen?

Ich arbeite häufig mit Migräne‐KlientInnen. Bei diesem vielfältigen, komplizierten Krankheitsbild kommt es vor, dass ich kombiniere, zum Beispiel mit Bindegewebs‐Massage oder Blutegeltherapie. Oft sind auch Mineralsalze nach Dr. Schüssler eine gute Unterstützung.

Für jemanden, der die manuellen Methoden kennenlernen will: Kannst du Lymphdrainage Basis als Einstieg empfehlen?

Ganz bestimmt empfehle ich den Basiskurs. So sanft die Lymphdrainage jedoch ist, der Basiskurs ist ziemlich streng. Man lernt da sehr viel, sowohl Praktisches wie auch Theoretisches, und man sollte zu Hause regelmässig üben. Das Gute an diesen Anforderungen: Nach diesem Kurs ist man tatsächlich in der Lage, Beschwerdebilder aus dem kosmetischen Bereich zu behandeln, Akne etwa und Tränensäcke und Narben. Auch tun sich weitere Indikationsgebiete auf, in denen man Erfahrungen sammeln kann. Nach dem Basiskurs sind dies der rheumatische Formenkreis, Hämatome, Heuschnupfen, Migräne und vieles mehr.

Danke, Daniela.

 

Daniela Schenk ist Med. Masseurin mit eidgenössischem Fachausweis, Beraterin in Biochemie nach Dr. Schüssler und Lymphtherapeutin. Sie führt eine eigene Praxis in Oberkirch. An der Heilpraktikerschule Luzern leitet sie das Ressort «Manuelle Therapien» und unterrichtet Lymphdrainage nach Dr. Vodder und Fussreflexzonen‐Massage. Sie ist Prüfungsexpertin und gibt Weiterbildungsseminare.

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