Gespräch mit der Schulleitung

Luzern, 31. Oktober 2013 – Neu an der Heilpraktikerschule Luzern: Die Fachausbildungen Chinesische Arzneimittel und TuiNa. Dazu gleich drei neue Kombinationen im Studiengang Chinesische Medizin. Und: die Fachausbildung Reflexzonen-Therapie. Ausserdem: Das Baugelände in Ebikon ist ausgesteckt. Die Schulleitung antwortet auf Fragen. Ein Hochsommertag, knapp vor Herbstbeginn.

Wie sieht’s mit dem Neubau aus?

Peter: Wenn diese Broschüre aus der Druckerei kommt, wird der Spatenstich höchstwahrscheinlich stattgefunden haben.

Wann steht der Umzug an?

Ulrike: Ich glaube, dass wir schon nächsten August umziehen werden.

Peter: Wenn wirklich alles klappt, aber bei einem solchen Projekt weiss man nie so genau.

Was können denn die StudentInnen vom Neubau erwarten?

Peter: Wir sind kontinuierlich gewachsen, über all die Jahre. Unsere drei relativ grossen Schulräume sind relativ klein geworden. Und in Ebikon werden wir sieben Räume haben, und zwar wirklich grosse.

Ulrike: Es wird dann kaum mehr passieren, dass man nach dem Unterricht den Raum noch für den nächsten Kurs herrichten muss.

Hein: So wird es zum Beispiel einen leeren Raum geben, exklusiv für Shiatsu und QiGong, und Räume, die auf theoretischen Unterricht ausgelegt sind, z.B. für Schulmedizin. In einem Raum sind Massageliegen fix aufgestellt, für Fussreflex, Lymphdrainage, Klassischer Massage oder TuiNa.

Peter: Und dazu natürlich eine grosszügige Lobby mit Bibliothek, StudentInnen-Küche. Und vielleicht gibt es sogar ein Cheminée mit Holz zum Feuern. Ein Ort, wo man sich treffen, verweilen und austauschen kann.

Hein: Ein Haus für die Naturheilkunde eben.

Ebikon ist nicht Luzern, wie gut wird euer neues Gebäude erreichbar sein?

Hein: Es gibt ja diese neue Autobahnausfahrt Buchrain, und das heisst, von Zürich sind wir dann sogar noch viel besser erreichbar. Und wer mit dem Zug kommt...

Ulrike: ...vom Bahnhof Luzern sind es elf Minuten mit dem Bus. Ziemlich direkt vor die Tür.

Traurig, die Gesegnetmattstrasse zu verlassen?

Peter: Ja, klar. Es ist schön hier. Ich staune jeden Tag.

Ulrike: Aber es ist halt auch sehr eng geworden.

Hein: Und es ist anders, wenn man drei kleine Räume hat oder sieben grosse. Ich freue mich sehr, das wird ein richtiges Kompetenzzentrum geben, gewidmet der Naturheilkunde.

Die Heilpraktikerschule Luzern steht ja eigentlich für West-TCM. Jetzt habt ihr auch die Fachausbildungen Chinesische Arzneimittel und TuiNa im Programm. Warum?

Ulrike: Wir wollten das eigentlich schon lange. Und irgendwie sind wir richtig in Schwung gekommen, als wir den Neubau in Ebikon planten, und da haben wir uns gesagt: So, jetzt machen wir auch noch Chinesische Arzneimittel und TuiNa.

Peter: Zumal wir auch noch Glück mit den DozentInnen hatten: Sie haben uns sofort zugesagt. Es ist schon schön, diese Begeisterung zu spüren.

Was ist denn der Unterschied zwischen Chinesischen Arzneimitteln und eurer Phytotherapie West-TCM?

Ulrike: Der Fachausbildung Chinesische Arzneimittel liegt eine uralte Tradition zugrunde. Ganz nebenbei lernt man noch die chinesischen Namen, und das hat etwas Exotisches, das schon recht anziehend ist. Und es geht nicht nur um Heilkräuter, sondern auch um mineralische und tierische Substanzen.

Peter: Und Phytotherapie West-TCM bezieht sich auf Pflanzen, die in jeder Apotheke oder Drogerie erhältlich sind. Eben das klassisch westliche Sortiment.

Ulrike: Zum Beispiel haben die Zitronenmelisse und der Frauenmantel bei uns eine Tradition. In den Chinesischen Arzneimitteln kommen sie gar nicht vor. Ein anderes Beispiel ist Ingwer: der wird hier wie da verwendet.

Drei verschiedene Kombinationen im Studiengang Chinesische Medizin sind jetzt im Angebot. Welche? Und für wen?

Peter: Es gibt die Kombination Klassische TCM, Westliche TCM und Individuelle TCM. Wobei das TCM für Traditionelle Chinesische Medizin steht.

Hein: Der Studiengang Klassische TCM ist für die, die sich angezogen fühlen von diesem Erfahrungsschatz der Chinesischen Arzneimittel und sich verbunden fühlen mit der chinesischen Tradition. Dieser Studiengang kombiniert Chinesische Arzneimittel mit Akupunktur und TuiNa. 

Peter: Und der Studiengang Westliche TCM ist für die, die mit unseren westlichen Kräutern arbeiten möchten, kombiniert mit Diätetik und Akupunktur.

Ulrike: Wir sagen ja immer, das sind die Kräuter, denen wir hier auf einem Spaziergang begegnen. Und das hat schon etwas Tolles, Kraftvolles: Die Kräuter haben einen klaren Bezug zu uns, und sie helfen uns.

Hein: Ja, und dann gibt es noch den Studiengang Individuelle TCM, d.h. das ist eine komplett individuelle Kombination der TCM-Fachausbildungen. So kann eine Person ihren Neigungen extem individuell nachgehen, sogar Chinesische Arzneimittel mit Phytotherapie West-TCM kombinieren.

Wie findet man heraus, welches die richtige TCM-Kombination für einen ist?

Ulrike: Phytotherapie West-TCM ist noch jung, vielleicht ein halbes Jahrhundert alt. Und auch wenn vieles schon steht, gibt es doch die Möglichkeit, diese Methode noch weiterzuentwickeln. Wer das – und natürlich auch unsere westlichen Pflanzen – mag, ist bei Phytotherapie West-TCM richtig.

Hein: Auch unsere Nahrungsmittel sind wichtig in diesem Studiengang. Einerseits werden sie nach westlichem Ernährungswissen eingesetzt, also nach biochemischen Aspekten. Andererseits werden unsere Nahrungsmittel – genau wie unsere Heilkräuter – energetisch nach TCM eingesetzt und verschrieben.

Peter: Die Prinzipien sind ja dieselben wie bei den Chinesischen Arzneimitteln. Nur sind eben die westlichen Pflanzen bzw. Nahrungsmittel im Fokus dieser Prinzipien und nicht die klassischen chinesischen Arzneien bzw. Nahrungsmittel.

Ulrike: Die Tradition der klassischen chinesischen Arzneimittel reicht ja bis zum Gelben Kaiser zurück, also über 2'500 Jahre, das muss man sich mal vorstellen. Viele Rezepturen existieren schon seit dieser Zeit. Wer eher der Typ ist, mit bereits existierenden und seit Langem angewendeten Rezepturen zu arbeiten, in dicken Büchern mit mehreren hundert Arzneimitteln und Rezepturen nachzuschlagen und die Rezepturen den Bedürfnissen der PatientInnen anzupassen, für den ist Chinesische Arzneimittel richtig.

Und wie entscheidet man, ob man eher TuiNa oder Shiatsu mag – oder nichts davon, das geht ja auch?

Peter: Das ist leicht: Einfach beides ein-, zweimal ausprobieren.

Hein: Und in den Unterricht einsitzen, da merkt man das schnell.

Ulrike: Etwas Manuelles anzubieten wie Shiatsu oder TuiNa ist sicherlich genial. Es gibt einfach viel mehr Möglichkeiten, mit KlientInnen in Kontakt zu treten und sie zu unterstützen. Um herauszufinden was zu einem passt: Ein Mal mehr ausprobieren!

Peter: Eines davon wird faszinieren, Shiatsu oder TuiNa, davon bin ich felsenfest überzeugt.

Im August hat das EMR eine neue Therapie lanciert. Jetzt, im September, bietet ihr schon die Ausbildung dazu.

Hein: Ja, die Reflexzonen-Therapie, das ist sozusagen Fussreflexzonen um ein Zweifaches professionalisiert: man behandelt nicht nur die Reflexzonen der Füsse, sondern auch die der Hand oder des Rückens. Und man hat satte 350 Lernstunden Schulmedizin, d.h. man hat da schon richtig tiefes Wissen.

Peter: Und dazu kommen ja noch die Praxis Fachthemen, die helfen den TherapeutInnen, eine Beziehung zu ihren KlientInnen aufzubauen und mit ihnen umzugehen. Auch erfahren sie eine Menge über sich selbst.

Hein: Die Praxis Fachthemen beinhalten ja auch noch Unternehmerisches wie Praxisführung und Marketing. Reflexzonen-Therapie ist wirklich durch und durch professionell und als Berufsausbildung konzipiert.

Und wie habt ihr das in so kurzer Zeit geschafft, diese Ausbildung zu organisieren?

Peter: Das hat mit unseren Modulen zu tun. Wir haben mittlerweile über 250 verschiedene Module.

Hein: Und darunter sind auch genau die, die das EMR für diese Ausbildung verlangt.

Peter: Man könnte fast sagen: Das modulare System bietet nicht nur unseren StudentInnen Vorteile, sondern auch uns. Aber dass wir diese Ausbildung so schnell aufbauen konnten, kommt ja auch den StudentInnen zugute. 

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Ulrike und Peter von Blarer Zalokar und Hein Zalokar, die Leitung des Familienbetriebes, lassen ihre Schule langsam, aber stetig wachsen. Bald folgt der dritte Umzug innerhalb von 28 Jahren: damals von Adligenswil nach Luzern, dann vom Genferhaus in die Villa an der Gesegnetmattstrasse. Und in absehbarer Zeit, vielleicht schon Ende 2014, nach Ebikon: in das neu erstellte Schulgebäude.

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