Das war die 30-Jahre-Feier

Ebikon, 13. November 2015 – Gleich aus mehreren Gründen hat die Heilpraktikerschule Luzern zur Feier vom 30. Oktober 2015 eingeladen: zum 30-Jahre-Jubiläum, zur offiziellen Eröffnung des neuen Schulgebäudes und zur Vernissage des Buches «Baldrian macht munter».

Der Auftakt zur Feier der Heilpraktikerschule Luzern mit den Näbelhüüler Äbike: Eine Vorahnung auf die Freuden der Fasnacht 2016.

Bei so viel Munterkeit war klar: Eröffnen kann diesen Abend nur die Guggenmusik «Näbelhüüler Äbike». Um 19 Uhr ging es los, und die Gäste erhielten sogleich mehr als eine Ahnung davon, wie schön die Fasnacht 2016 werden wird. Im Verlauf des Abends haben Ulrike von Blarer, Gründerin der Heilpraktikerschule Luzern, und Ehemann Peter von Blarer sowie Sohn Hein Zalokar etwa 300 Gäste begrüssen dürfen.

Nach dem fulminanten Auftakt dann die Reden. In der Einladung war versprochen: So wenige Redner wie möglich, so kurz wie möglich. Ganz so kurz ging es dann doch nicht, aber unterhaltsam war es allemal.

Ulrike von Blarer erinnerte an die Zeit vor dreissig Jahren, als Akupunktur im Kanton Luzern verboten war, und freute sich, dass es jetzt sogar eidgenössische Diplome dafür gibt. Auch blickte sie auf ihren Traum, den sie als Neunjährige hatte, nämlich mit der chinesischen Medizin zu arbeiten, – und schenkte gleich allen Gästen ihr neues Buch: «Baldrian macht munter», 30 Portraits westlicher Heilpflanzen, zusammengestellt anlässlich des 30-Jahre-Jubiläums. 

Wichtiger Akzent

In seiner Rede verweist Gemeindepräsident Daniel Gasser auf die Architektur des Gebäudes: «Die Heilpraktikerschule Luzern mit über 350 Studenten und 90 Dozenten bringt der Gemeinde neue Impulse. Was mir ganz persönlich grosse Freude bereitet, ist auch die Architektur des neuen Gebäudes. Ein wichtiges Ziel des Masterplans ist es, den Strassenraum entlang der Kantonsstrasse attraktiver zu gestalten. Alle Beteiligten am Bau der Heilpraktikerschule haben hier einen enorm wichtigen Akzent gesetzt und somit das Ziel erreicht.» 

Hein Zalokar präsentierte etwas Wichtiges, das es brauche, um dieses grosse Gebäude nun auch zu füllen, nämlich die neue Ausbildungsbroschüre, die mit 260 Seiten sogar doppelt so dick ist wie das Baldrian-Buch. «Auch dieses Buch macht munter», schmunzelte er anschliessend im Gespräch, «denn dank einer passenden Ausbildung kann man sich ein glückliches Berufsleben aufbauen.»

Architekt Stefan Vonlanthen ging konkret auf den Bau ein: «In der Einfallsachse von Luzern her nach Ebikon entstand ein Gebäude mit einer hölzernen Materialisierung und auffälligen Fassadenpilastern. Das Holz als Fassadenmaterial ist an diesem Strassenzug zwar selten, das Volumen gliedert sich aber gut in die Umgebung ein. Der Rhythmus wird durch das plastische Hervorstehen der Pilaster expressiv verstärkt und erzeugt ein Spiel von Licht und Schatten. Die feinen Lisenenabschlüsse verleihen der Optik eine entsprechende Feingliedrigkeit. Das Haus lockert das Strassenbild freundlich auf, belebt durch seine Farbigkeit, bereichert den Ort und macht ihn ein Stück weit lebenswerter für die Menschen, die daran vorüber geben, oder jene, die in dem Haus arbeiten.»

Fremdhirnnutzung

Kunterbunt die Rede von Peter von Blarer. Das Fazit: Perfektion gibt es wohl gar nicht, nicht beim Bau, nicht beim Aufhängen von Bildern, nicht in den Noten. Wirklich zählen würden nur «tolle Erkenntnisse», und die habe er auch auf dem Bau gehabt, als er gemeinsam mit den Handwerkern viele Detaillösungen erarbeitet habe; die Betonung liege dabei auf gemeinsam: «Richtig gute Lösungen entstehen ja meistens mit sogenannter Fremdhirnnutzung.»

Und dann Dr. Fei Liu: Der TCM-Arzt und QiGong-Dozent zeigte eine alte, ursprüngliche Übung aus dem Taiji, in der sich langsame und schnelle Bewegungen abwechseln – mit Schwert, und zwar einem berühmten «Mark Long Quan-Drachen»-Schwert: Das vordere Drittel ist elastisch, damit beim Stechen ein Vibrationseffekt erzeugt wird.

Jetzt wurde angestossen, Käse und Oliven gegessen und geplaudert und diskutiert. Und da, wo sonst 5-Elemente-Kochkurse stattfinden, spielte die Vier-Mann-Band der «Wüstenfische» zum Tanz auf.

Das neue Schulgebäude der Heilpraktikerschule Luzern steht gegenüber dem Schmiedhof an der Luzernerstrasse 26c. Seit April 2015 findet der Unterricht hier statt. Ebenfalls seit 2015 führen bestimmte Ausbidlungen zu eidgenössischen Diplomen; diese Ausbildungen werden von vielen Kantonen finanziell unterstützt, je nach Wohnort der Studierenden. Das neue Buch «Baldrian macht munter» ist über den Online-Shop erhältlich. Infos zur Schule, Ausbildungen und einzelnen Kursen: www.heilpraktikerschule.ch.