«Aus dem Vollen schöpfen»

Ebikon, 12. April 2016 – Was können die BesucherInnen des «Grossen Schnuppertages» vom 28. Mai erwarten? Was hat es mit den eidgenössischen Diplomen auf sich und der kantonalen Unterstützung? Hein Zalokar, Mitglied der Schulleitung, im Interview.

Am Grossen Schnuppertag erklärt Hein Zalokar die Ausbildungswege, die eidgenössischen Diplome und was es mit den kantonalen Beiträgen auf sich hat.

Hein, ihr bietet an der Heilpraktikerschule Luzern ja jeden Monat einen Infoabend. Warum organisiert ihr jetzt den «Grossen Schnuppertag»?

Wir möchten interessierten Personen die Möglichkeit bieten, einfach mal die verschiedensten naturheilkundlichen Techniken und Fachrichtungen kennenzulernen. Ja, mehr als das, man kann sie am «Grossen Schnuppertag» auch gleich ausprobieren, wir organisieren ja mit den Schnupperkursen auch ganz praktische Workshops, und in den Kurz-Referaten möchten wir den Interessierten Hintergründe und Wissenswertes bieten.

Da wird also einiges los sein.

Ja, die BesucherInnen dürfen ruhig sehen und spüren, wie begeistert von der Naturheilkunde wir und unsere DozentInnen und StudentInnen sind. Schön dabei ist, dass wir ja aus dem Vollen schöpfen können: An der Heilpraktikerschule Luzern bieten wir sehr viele Methoden an, alle an einem einzigen Ort, in einem neuen und extra für die Naturheilkunde erstellten Schulgebäude. Das gibt es so in der Schweiz kein zweites Mal.

Die eidgenössischen Diplome spielen auch eine Rolle?

Ja, das ist tatsächlich ein weiterer wichtiger Grund, dass nämlich naturheilkundliche Ausbildungen seit 2015 mit einem eidgenössischen Diplom abgeschlossen werden können. Dazu kommt, dass diese Ausbildungen von vielen Kantonen mit bis zu 18‘000 CHF unterstützt werden. Dass der Bund und die Kantone die Naturheilkunde anerkennen, auch das möchten wir mit diesem Tag bekannt machen.

2010 hattet ihr auch so einen Tag organisiert, er hiess «Der Grosse KT-Tag». Jetzt heisst er «Der Grosse Schnuppertag», warum?

Damals hatten wir gerade Kinesiologie und Craniosacral-Therapie neu in unser Ausbildungsangebot aufgenommen. Wir wurden zur ersten Schule, die mehrere Methoden der Komplementärtherapie unterrichtet, Shiatsu gehört ja auch dazu. Daher haben wir den Fokus auf die Komplementärtherapie gelegt, abgekürzt KT.

Heute gibt es ja noch die AM.

Ja, neben der KT hat sich jetzt auch die Alternativmedizin, abgekürzt AM, weiterentwickelt, wo wir ja neben TCM und TEN neu auch Ayurveda anbieten. So hätten wir den Tag auch den «Grossen AM- und KT-Tag» nennen können, aber das wäre dann wohl der Abkürzungen zu viel. Und jetzt, mit dem neuen Schulgebäude, haben wir auch wirklich gut Platz, um alle unsere Methoden gleich an einem einzigen Tag anzubieten. 

Wen sprecht ihr mit diesem Tag an?

Eigentlich alle, die sich für Naturheilkunde interessieren und einige Methoden gleich selber ausprobieren möchten, sei es als jemand, der oder die eine Methode erlernen möchte oder als jemand, der oder die sich behandeln lassen möchte. Und natürlich auch die, die sich überlegen, ob die Naturheilkunde ein Beruf für sie sein könnte. Mit den eidgenössischen Diplomen hat diese Berufsfrage einen ganz neuen Stellenwert erhalten.

Was steht auf dem Programm?

Unser Ziel ist es, dass man tolle Erfahrungen nach Hause nehmen kann und vielleicht sogar etwas Kleines schon zu Haus umsetzen kann. Die Naturheilkunde überrascht ja oft mit ihrer Einfachheit in der Anwendung, verbunden mit einer grossen Wirkung. Wir gestalten also den Tag so, dass man viel über die Methoden erfahren kann: wie ich selber zuhause etwas umsetzen kann oder wie wohltuend die verschiedenen Methoden sind. Dazu haben wir neben Kurz-Referaten und dem Methoden-Bummel sogar Schnupperkurse organisiert.

Dein Kurz-Referat am «Grossen Schnuppertag» heisst «Wege zum Traumberuf» und es ist das einzige, das statt einer halben eine ganze Stunde geht. Sind diese Wege so kompliziert?

Kompliziert nicht, aber es gibt schon einiges zu erfahren. Was ist Alternativmedizin, was Komplementärtherapie? Welche Ausbildungen werden von den Kantonen unterstützt? Welches ist der beste Weg, wenn man ein eidgenössisches Diplom absolvieren möchte? Welche anderswo schon erbrachten Leistungen, zum Beispiel Schulmedizin, werden anerkannt? Was soll man tun, wenn man eigentlich nur Methodenwissen für den Privatgebrauch erlernen möchte? Was genau ist das modulare System unserer Schule, was sind seine Vorteile, welches die Nachteile, und und und.

Und der Methoden-Bummel?

Wer keinen Schnupperkurs oder kein Kurz-Referat besuchen möchte, kann die Methoden auch so kennenlernen, ganz informell, man kommt dann schon ins Gespräch, wenn man mag, oder kann sich auf eine Liege legen oder selber etwas ausprobieren. Das ist auch eine gute Gelegenheit für unsere Studierenden zu zeigen, was sie können. So organisieren sie mit ihren DozentInnen den Methoden-Bummel. Sie zeigen ihre Methoden, die BesucherInnen können mitmachen oder einfach nur zuschauen.

Muss man sich für den «Grossen Schnuppertag» anmelden?

Es ist von Vorteil, sich für die Schnupperkurse anzumelden. Wir erwarten da viele Interessierte. Mit einer Anmeldung hat man einen Platz auf sicher.

Dauert es wieder sechs Jahre, bis es so einen «Grossen Schnuppertag» gibt?

Nein, nein, so lange darf das wirklich nicht mehr gehen. Deshalb haben wir den nächsten Schnuppertag schon geplant, nämlich für den 16. September 2017.

Danke, Hein, für das Gespräch.

 

Hein Zalokar ist als Betriebswirt Mitglied der Schulleitung. Zu seinen Aufgaben gehört nicht nur Strategisches wie die Entwicklung von Ausbildungen, vielmehr führt er auch viele persönliche Gespräche mit InteressentInnen und berät sie zu ihrer Ausbildung. Hein investiert viel in Verbandsarbeit, zum Beispiel in die Berufsbildung. Ebenso hat er dafür gesorgt, dass die Heilpraktikerschule Luzern in die Interkantonale Fachschulvereinbarung (FSV) aufgenommen wurde. Dieser Einsatz hat dazu geführt, dass viele unserer StudentInnen, die mit dem Ziel eidgenössisches Diplom studieren, von ihren Kantonen mit bis zu 18’000 CHF unterstützt werden. Hein ist Gründungsmitglied des Verbandes Schweizer Naturheilkunde-Schulen VSNS und war ihr Präsident von 2006 bis 2015. Hein ist der Sohn von Schulgründerin Ulrike von Blarer Zalokar und lebt mit seiner Familie in Adligenswil.

Alles zum «Grossen Schnuppertag»: www.heilpraktikerschule.ch/informationen