Hitze-Tipps

Ebikon, 25. Juni 2019 – Diese Woche solle es richtig heiss werden. Griechische-Insel-mässig: 36, 37 Grad, einfach ohne Meeresbrise. Was tun? Im Blog gibt Schulleiterin Ulrike von Blarer Zalokar Tipps.

Tomaten schmecken, haben viele Ballaststoffe und wichtige Vitamine – und sie sind aus TCM-Sicht kalt, wunderbar also bei Hitze. Photo: Iñigo De la Maza, Unsplash.com

Hitze? Die Traditionelle Chinesische Medizin TCM und einige Tricks helfen. Gemäss TCM haben Lebensmittel eine Temperatur: Sie sind kalt, kühl, neutral, warm oder gar heiss. Zimt zum Beispiel ist heiss und deshalb für viele im Winter angebracht.

In der Hitze gilt es, eher kühle Getränke und Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Aber auch das nicht zu übertreiben. Zum Beispiel so:

Trinken: Zitrone

Trinken Sie den Saft einer Zitrone mit relativ wenig Wasser: zwei Deziliter. Ganz schön sauer. Und wunderbar kühlend. Je nach Geschmack mit Ahornrsirup süssen, aber ich empfehle, darauf zu verzichten: Die meisten von uns haben genug Zucker im Körper vorrätig.

Noch besser: Pfefferminze

Die Marokkaner, Berber, Tuareg und viele mehr machen es bei Hitze so: Sie trinken immer wieder eine kleine Tasse heissen (ja, heissen!) Pfefferminztee.

Etwas Theorie dazu

Der Grund aus Sicht der TCM: Die ätherischen Öle der Pfefferminze kühlen die Oberfläche, also die Haut; und die Wärme des Tees unterstützt den Magen. Das ist wichtig, denn der Körper benötigt sehr viel Energie, um die Haut durch Schwitzen zu kühlen.

Nun, trinkt man etwas Kaltes, muss der Magen es erst wärmen. Dazu zieht er einiges der Energie ab, die eigentlich zum Kühlen der Haut benötigt würde. Die Haut wird nicht mehr richtig gekühlt.

Trinkt man hingegen heissen, zumindest warmen Pfefferminztee, braucht der Magen keine Energie, um ihn zu wärmen; die Energie steht vielmehr der Kühlung der Oberfläche zur Verfügung, und weil die ätherischen Öle die Oberfläche zusätzlich kühlen, fühlt sich das wunderbar angenehm an.

Eher nein: Kaffee, Bier

Abzuraten ist von Kaffee, er ist von der TCM-Temperatur her warm. Bier ist zwar kühlend, doch muss der Alkohol wieder abgebaut werden, was wieder Energie benötigt. Ausserdem wird es ja kalt getrunken, und so muss es vom Magen erwärmt werden, was wieder Energie vom Kühlen der Haut abzieht. Empfehlenswert ist da also eher die alkoholfreie Variante, und zwar eher warm als aus dem Kühlschrank. Für viele wohl eine dermassen grauenhafte Vorstellung, dass man sich dann doch lieber einen Pfefferminztee macht. Oder einen Hopfenblütentee, der sollte auch etwas kühlen.

Essen: Kühlendes

Die Intuition, in dieser Hitze zum Beispiel keinen Braten zu essen, ist richtig. In den südlichen Ländern, also in Griechenland, Italien, Spanien, auch auf dem Balkan, haben Gurken und Tomaten Hochsaison, Gurken wirken kühlend, Tomaten sind sogar kalt.

Hier drei schnelle Rezepte

Gurkensalat mit Sojasauce, ev. Knoblauch (von der Temperatur her heiss) und Chili-Schoten (ebenfalls heiss) weglassen
Gurkensalat, mit Paprika gewürzt
Tomatensalat mit Ziegen-Feta, ev. Knoblauch (heiss) und Zwiebeln (warm) weglassen

Wenn wir schon bei der Gurke sind, hier der Gurken-Joghurt-Shake

Jede einzelne Zutat wirkt kühlend, das ist sozusagen der Super-Hitze-Sommer-Drink:  Eine halbe Gurke schälen, in Stücke schneiden, mit dem Saft einer halben Zitrone, einem Nature-Joghurt aus Kuhmilch und ein, zwei Prisen Salz sowie einer Messerspitze Boretsch, also Gurkenkraut, würzen. Pürieren, servieren, geniessen. – Trotzdem: nicht übertreiben, vielleicht ab und zu mit einem Schafsmilch-Joghurt abwechseln.

Weitere kühlende Nahrungsmittel, alphabetisch

Ananas, Auberginen, Champignons, Mungbohnen-Sprossen (im Handel oft Soja-Sprossen genannt), Paprika (Peperoni), Sellerie, Spinat, Spargel, Tofu.

Grundsätzlich: eher wenig essen, dann beansprucht die Verdauung nicht zu viel Energie, und sie reicht gut, um die Haut zu kühlen. Eher warm als kalt essen, das spart auch Energie. Auf Fleisch und Scharf-Gebratenes eher verzichten.

Schlafen

Vielen fällt es schwer, bei Hitze einzuschlafen. Also: Lauwarm duschen, nicht abtrocknen. Das Verdunsten des Wassers auf der Haut kühlt. Sich so ins Bett legen. Vielleicht stellt man sich einen Zerstäuber mit Wasser in die Nähe, dann kann man nach Bedarf die Haut nachkühlen.

Jäckchen

Züge und Busse sind oft übermässig gekühlt. Damit Sie nicht frieren oder sich gar erkälten, lohnt es sich, ein Jäckchen dabei zu haben.

Sonnenschutz

Für dunkle Hauttypen sollten zehn, fünfzehn Minuten ohne Sonnencreme kein Problem sein. Das hilft sogar, die Vitamin-D-Produktion anzuregen. Aber nicht über Mittag und nicht länger als maximal zwanzig Minuten. Dann Sonnenschutz drauf! Mütze und Sonnenbrille, eine gute, sowieso.

Bewegung

Für Sport ist nicht die richtige Zeit jetzt. Doch wir haben den Vierwaldstättersee! Abkühlen, etwas schwimmen, planschen, sich erfrischen. Geniessen.

Schwitzen

Das ist genau das richtige, und der Körper tut es automatisch. Schwitzen kühlt. In unserer Gesellschaft sind Schweissflecken verpönt. Höchste Zeit also, dass wir uns da etwas entspannen. Schwitzen ist ein natürlicher, hilfreicher Vorgang.

Eine gute Zeit

Ulrike von Blarer Zalokar

 

 

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