«Einfach mal länger locker sein»

Ebikon, 19. Juli 2019 – Sommerferien, alle verreisen. Da muss also was dran sein. Aber was genau? Wir haben sieben unserer DozentInnen gerade noch erwischt.

Ferien, also raus. Zum Beispiel in eine Landschaft, auf einen See, in neue Eindrücke, in ein Buch, ins Kennenlernen, ins Aufbrechen.

Was ist das Gesunde, das Gute am Verreisen, am Urlaub? Warum tut Urlaub gut? Oder sollte man besser zuhause bleiben und endlich mal die Fenster putzen? Wir haben noch ein paar unserer DozentInnen erwischt, kurz vor knapp am Rockzipfel, die Taschen haben sie schon gepackt. Hier, was sie antworten.



«Sich dem Flow und dem Sein hingeben und neugierig sein, was auf mich zukommt, bedingungslos. Auch manchmal die Richtung wechseln, was Neues in den Fokus nehmen. Den Bauch und das Herz entscheiden zu lassen. Vielleicht auch fixe zuvor gemachte Vorstellungen über Bord werfen.»

Sandra Gubler, Cranio-Dozentin

 

 

«Neue Sinneseindrücke, was anderes sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken, andere Bewegungsmuster ausprobieren, z.B. ausgiebig wandern, schwimmen. Und: Einfach mal länger locker sein. Man muss nichts tun und, wenn man will, kann man faul sein. Am besten macht man im Urlaub so viel wie möglich anders als im Alltag. Aber nur Sachen, die auch Spass machen. Endlich mal die Fenster putzen – bloss nicht. Die können irgendwann geputzt werden. Das kann man dann zum Spass und für die Gesundheit mit kinesiologischen Übungen verbinden.»

Karin Friedrich, Dr. phil., Kooperationspartnerin Kinesiologie, Schulleiterin der Akademie für KomplementärTherapie in Lindau (DE)

 

 

«Urlaub ist Freude und Erholung. Beides baut das Qi auf und bringt es in einen harmonischen Fluss. Der Tapetenwechsel ist auch gut. Aus dem alltäglichen Trott zu kommen unterstützt das Qi und bringt es frisch in Schwung.»

Thomas Feer, TCM-Dozent

 

 

«Ein Tapetenwechsel kann gut tun. Andere Eindrücke bringen neue andere Gedanken ins Alltagsleben. Am besten tut man, was einem gut tut und einen mit Energie füllt. Beim einen ist's Klettern in Griechenland, beim anderen Wandern in den Alpen. Verausgaben, z.B. einen Marathon rennen bei 40°, ist aber weniger sinnvoll, obwohl man ja da so Endorphin-Kicks hat. Ist die Ferienzeit kurz, also nicht mehr als zwei Wochen, würde ich nicht in die Malediven fliegen. Je länger man Zeit hat, sagen wir vier Wochen und mehr, da kann's auch weiter sein. Erstens ist dann die Ferienzeit am Ort erholsamer, als wenn man z.B. nur für eine Woche 25 Stunden nach Australien fliegt. Und zweitens scheint es ökologischer zu sein: Der WWF empfiehlt eine Mindestaufenthaltsdauer am Urlaubsort, die sich nach der Flugdistanz richtet. Ich würde jetzt nicht in der Monsunzeit nach Asien oder bei 40° im Sommer nach Sizilien. Wenn man sich erholen will, sollte das Klima nicht zu heiss oder zu kalt sein. Nicht zu feucht und nicht zu trocken. So, dass man gut schlafen und sich trotzdem noch auf einen Spaziergang aufmachen kann. Und seit jeder Klimaveränderung schreit, lässt es mich auch nachdenken, was es auch ohne Flugzeug zu entdecken gibt.»

Sarah Föhn, Ressortleiterin TEN

 

 

«Unstrukturierte Zeit. Grossartig!»

Eric Haberthür, dipl. Arzt WestMed-Dozent

 

 

«Für mich ist Work-Life-Balance ein Unwort: Work soll ja auch Life sein. Sonst stimmt entweder etwas mit meinem Job nicht oder meine Einstellung gegenüber meiner Arbeit. Aber bitte richtig verstehen: Es ist wichtig, nicht nur dem Arbeiten nachzugehen. Es tut eben gut, ganz viele verschiedene Dinge zu unternehmen: Bewegung wie QiGong, Yoga, Spazieren, Joggen, Wandern, Velofahren, Schwimmen, Schmusen, etc. Und Kochen, Essen, FreundInnen einladen, Unbekannte kennen lernen, gemeinsam ein Buch lesen und mit der PartnerIn oder FreundInnen diskutieren. Ich habe den Schweizer Sommer 2018 sehr, sehr genossen. Einfach nur gut. 2019 ist jetzt ein wenig extrem, bin gespannt wie es weiter geht.»

Peter von Blarer, Schulleitung, Dozent, Heilpraktiker TCM

 

 

«Verreisen macht Freude, Freude öffnet das Herz. In einem offenen Herzen hat es viel Platz für Stille, Weite, Klarheit. Wie am Strand, da hast du die Weite des Meeres vor dir. Oder in den Bergen findest du vielleicht Stille, siehst die Klarheit des Sternenhimmels. In der Disco hörst du das Pulsieren der Rhythmen, bewegst dich, lässt dich führen... so wie es auch im Cranio möglich sein kann – auf eine sanftere und stillere Art und Weise. In dem Sinne wünsche ich euch allen wunderbare, erholsame, inspirierende und pulsierende Ferien.»

Alessandra Masetto, Cranio-Dozentin

 

 

Wer nicht in den Urlaub geht, kann sich trotzdem einige Inseln in den Alltag streuen, die das Meer darum herum beruhigen: Fragen Sie Ihre Bekannten nach einer TherapeutIn, einfach zur Prophylaxe und Entspannung.