«Dass man als MPA Akupunktur studieren kann, wusste ich lange Zeit nicht»

Ebikon, 23. Februar 2021 – Vanessa Walker: MPA, dann dipl. Heilpraktikerin TCM in Akupunktur und TuiNa, eigene Praxis und bald das eidg. Diplom. Das Interview.

«Der Weg in die Selbständigkeit war eine emotionale Berg- und Talfahrt», so Vanessa Walker, «Diplomfeier, Logodesign, Homepage, die ersten offiziellen Rechnungen, und und und.»

Vanessa, wie bist du als MPA zur Naturheilkunde gekommen?

Einerseits persönlich: Meine Mutter ist oft mit meiner Schwester und mir zur Homöopathin gegangen. Und dann beruflich: Als Medizinische Praxisassistentin machte mir die Arbeit zusammen mit PatientInnen sehr viel Spass. Ich lerne gerne und interessiere mich für vieles. Dass man Akupunktur studieren kann, wusste ich lange Zeit nicht. Als ich 2015 an der Berufsmesse in Luzern an den Stand der Heilpraktikerschule gekommen bin, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich nahm die Broschüre mit nach Hause und konnte sie nicht mehr aus den Händen legen. Mich hatten beide Lehrgänge – TEN wie auch TCM – angesprochen. Doch meine Leidenschaft aus meinem Beruf als MPA ist die Blutentnahme und das dazugehörige Labor. Somit waren mir die Nadeln sympathischer.

Dann hast du dich für Akupunktur entschieden?

Ja, die Vorstellung, was man mit einer Handvoll Nadeln bewirken kann, fand ich sehr faszinierend. Ich las mich immer mehr in der Traditionellen Chinesischen Medizin ein und wurde richtig in ihren Bann gezogen. Da stand mein Entschluss fest.

Was machst du aktuell und was sind deine Pläne?

Ich arbeite noch einen Tag in der Woche als MPA im Unilabs Labor im Spital Lachen und drei Tage in meiner Praxis «Naturkraft» in Siebnen, Schwyz. Mein Partner Mike Kessler und ich absolvierten die Ausbildung gemeinsam und jetzt arbeiten wir auch zusammen in unserer Praxis. Im April starten wir das Kräuterstudium der Chinesischen Medizin, worauf ich mich sehr freue. Gleichzeitig begleitet uns unser Mentor und Dozent der Heilpraktikerschule Luzern, Stefan Bamert. Das gehört zu unserem Weg zur eidg. dipl. NaturheilpraktikerIn dazu. Von ihm erhalten wir in unserer Anfangsphase tolle Unterstützung; ganz allgemein pflegen wir den Kontakt zu unseren ehemaligen DozentInnen und lernen und profitieren sehr davon.

Wie hast du, habt ihr es geschafft, dass die Praxis läuft? Werbung?

Unsere Praxis ist durch Mund-zu-Mund-Werbung gut gestartet. Wir legen auch Wert auf unser Instagram-Profil und haben das Glück, dass eine Naturheilpraktikerin in unserer Nähe immer mehr abbauen möchte. Sie schickt viele ihrer PatientInnen zu uns. Und wir verteilen unsere Flyer in der Umgebung.

Hat «Praxismanagement & QM» hinsichtlich Praxiserfolg bzw. Werbung und Kommunikation etwas gebracht oder wusstet ihr schon vorher, wie wichtig Kommunikation ist und wie man sie angeht?

Der Kurs hat uns sehr geholfen hinsichtlich der Buchhaltung. Werbung im traditionellen Sinne haben wir aber wenig gemacht. Wir wohnen schon lange in Siebnen, Schwyz, und sind in Vereinen tätig. Dadurch kamen viele Bekannte als PatientInnen in unsere Praxis. Den Kurs Praxismanagement & QM finde ich intensiv und man realisiert erst später, wie viele Informationen man dort erhält. Wir wussten aber, dass Kommunikation wichtig ist und dass man auch über seine Tätigkeit sprechen soll.

Was kommt da auf einen zu auf dem Weg zur Selbständigkeit? Gibt es kleine Etappenziele wie die Website, Praxiseinrichtung et cetera?

Die Erfolge kommen schleichend, so empfinde ich das. Zu Beginn fokussiert man sich auf vieles und realisiert diese Etappen nicht bewusst. Die ersten grossen Schritte waren für mich das Bestehen der OdA AM-Prüfungen und dann ging es sehr schnell: Diplomfeier, EMR-Anerkennung, Logodesign, Flyer und Visitenkarten, Homepage und die ersten offiziellen Rechnungen schreiben – das war eine emotionale Berg- und Talfahrt. Deshalb finde ich wichtig, immer wieder zurückzublicken und sich bewusst zu werden, was wir alles bereits geschafft haben. Am Anfang wirkt alles schwierig und gross.

Hast du einen Tipp für den Weg in die Selbstständigkeit?

Einen Schritt nach dem anderen. Und «To-do-Listen» erstellen und diese abarbeiten. So behält man den Überblick. Was mir auch geholfen hat: sich mit anderen StudentInnen auszutauschen und auch mit TherapeutInnen, die schon lange in einer Praxis arbeiten.

Zum Schluss: Gibt es etwas, auf das ihr besonders stolz seid?

Unser Logo bereitet uns sehr viel Freude und wir sind wirklich stolz darauf. Wir haben das auf einer Online-Plattform erstellt. Wir hatten keine konkreten Vorstellungen. Aber auf unsere Ausschreibung hin zeigten uns viele DesignerInnen ihre Ideen.


Das Logo? Zu sehen auf der Website von Vanessa Walker und ihrem Partner Mike Kessler: www.praxis-nk.ch

Modul

Praxismanagement & QM

Module Detail