«Ich bin überrascht, wie gefragt Craniosacral-Therapie ist»

Ebikon, 11. Mai 2022 – Die dipl. Pflegefachfrau Ramona Porfido spricht über ihren Start in die Selbständigkeit. Und sie sagt, wie sie Cranio auch im Spitalalltag integriert.

Foto von Ramona Porfido, dipl. Pflegefachfrau HF

Ramona Porfido ist Mutter, arbeitet Teilzeit als Pflegefachfrau und hat eine eigene Cranio-Praxis: «Organisation ist das A und O».

Ramona, du bist dipl. Pflegefachfrau HF und arbeitest in einem Privatspital. Und im Oktober 2020 hast du die Ausbildung zur KomplementärTherapeutin abgeschlossen. Wie kam es dazu?

Als unsere erste Tochter ungefähr ein Jahr alt war, begann ich, im Teilzeitpensum zu arbeiten. Da verspürte ich irgendwie den Drang, noch etwas zu machen. Mir gingen Gedanken durch den Kopf, wie: «War es das jetzt?» Zudem überlegte ich mir, ob ich später, wenn die Kinder im Schulalltag sind, aus organisatorischen Gründen meinen Pflegeberuf weiter ausüben kann oder ob ich früher oder später meinen Beruf im Spital aufgeben muss. Diese zwei Überlegungen brachten mich dazu, eine Ausbildung mit dem Ziel Selbständigkeit zu beginnen. Der grosse Vorteil für mich war, dass die Ausbildung über vier Jahre modular aufgebaut war.

Und wie bist du zu Cranio gekommen?

Dass ich eine Ausbildung im therapeutischen Bereich machen möchte, war mir rasch klar. Die Zusammenarbeit mit Menschen ist mir als Pflegefachfrau schon bekannt und ich liebe das nach wie vor. Zudem wusste ich, dass ich während der Therapie individuell auf den Menschen und seine Bedürfnisse eingehen kann. Cranio war die Methode, die mir aus eigener Erfahrung schon etwas bekannt war. Ausserdem hatte ich eine Arbeitskollegin, die immer wieder von ihrer Craniosacral-Arbeit schwärmte und auch nach ihrer Pensionierung im Spital, ihre Praxis weiterführte. Sie hat mich bestimmt mit diesem «Cranio-Feuer» angesteckt. Heute kann ich sagen, es ist tatsächlich eine wunderbare, sanfte Methode, die mich regelmässig zum Staunen bringt.

Ist dir die Entscheidung einfach gefallen, die gesamte Ausbildung zu starten?

Entscheidungen zu treffen, fällt mir grundsätzlich schwer. Die Selbständigkeit war jedoch mein Ziel. Eine Aus- oder Weiterbildung war daher unumgänglich. Ob die KT-Ausbildung die richtige Ausbildung sein würde, das hoffte ich zwar, wusste ich im Voraus jedoch nicht. Ich denke, dass der Zuspruch von meinem Mann, dass ich nichts zu verlieren hätte, meine Neugier und mein Wunsch der Selbständigkeit, mich darin gestärkt haben, diese Entscheidung zu treffen.

Und dann hast du losgelegt?

Genau, die Ausbildung zur KomplementärTherapeutin ist so oder so eine bereichernde Lebensschule. Mit dieser Einstellung bin ich gestartet und habe die Ausbildung mit einem Rucksack voll mit tollen und lehrreichen Erfahrungen beendet.

Inwiefern kombinierst du dein Wissen aus der Schulmedizin und deine Arbeit als Cranio-Therapeutin?

Oftmals haben KlientInnen einen langen schulmedizinischen Weg hinter sich: Arztbesuche, Abklärungen, Untersuchungen, Therapien, Spitalaufenthalte, Operationen etc. Durch meine langjährige Erfahrung als Pflegefachfrau auf interdisziplinären Abteilungen weiss ich, wovon sie sprechen. Ich denke, das hilft sehr.

Da hast du viel Verständnis.

Ja, hinzukommt, dass es im Spitalalltag oft hektisch und schnelllebig ist. Für eine Cranio-Behandlung gibt es kaum Möglichkeiten. Und doch finden sich immer wieder Momente, um mein Wissen und meine Fähigkeiten aus der Cranio und der KomplementärTherapie anzuwenden, sei das an PatientInnen oder TeamkollegInnen. Das kann eine Berührung sein, die gerade zum Thema passt oder einfach ein paar Minuten Zeit zum Zuhören und Präsent sein.

Wie bist du präsent?

Präsent sein heisst, mich innerlich zu verlangsamen, ohne zu werten und ohne zu überlegen, was ausserhalb des Patientenzimmers oder des Stationsbüros noch alles auf mich wartet. Dass ich derjenigen Person meine volle Aufmerksamkeit schenke. Solche Momente sind sehr wertvoll. Sie werden gerne angenommen, werden geschätzt und können so heilsam sein!

Wie bringst du Familie, Arbeit und die eigene Praxis unter einen Hut?

Organisation ist das A und O. Unsere Tage und Wochen sind meistens durchgeplant. Mein grosses Glück ist mein Mann! Er unterstützt mich, wo er kann. Zusammen versuchen wir, unseren Alltag so zu gestalten, dass alle Bedürfnisse abgedeckt sind. Nebst dem habe ich durch die Hirslanden Klinik Aarau eine Arbeitgeberin, bei der ich meine Dienste flexibel und in einem kleinen Pensum mehr oder weniger selbst planen kann.

Wie läuft es in der eigenen Praxis?

Ich bin überrascht, wie gefragt Craniosacral-Therapie in der Gesellschaft ist. Ich bin sehr zufrieden.

Toll. Und dann machst du auch schon Weiterbildungen zum Thema Schwangerschaft und Neugeborene. Was interessiert dich besonders daran?

Mit der Cranio-Behandlung für Neugeborene haben wir uns während der Ausbildung am wenigsten beschäftigt. Bei Anfragen für Babybehandlungen spürte ich eine Unsicherheit und lehnte die Anfragen jeweils ab. Um mich mehr in diese Thematik zu vertiefen und Sicherheit zu erlangen, habe ich mich für diese Weiterbildungen entschieden. Weitere Säuglings- und Kinderkurse stehen bereits diesen Herbst an.

Nach der Ausbildung ist quasi vor der Ausbildung?

Ja, ich finde es wunderbar, dass im Anschluss an die Ausbildung der Weg weitergeht und ganz individuell Weiterbildungen besucht werden können, um neues Wissen und neue Fertigkeiten zu erlangen und zu vertiefen.

Danke, Ramona.

Sehr gern.

 

Hier sind Portraits von Ramona Porfido und weiteren AbsolventInnen, die im Jahr 2020 abgeschlossen haben.

Die Praxis Zeit & Raum von Ramona ist in Muri AG.

 

Cranio: Basis

Berühren und berührt werden: Was passiert, wenn ich innehalte? Lerne, mit meinen Händen zu «lauschen»?

Module Detail

Kinesiologie KT

Studiengang mit Ziel eidg. Diplom

Kinesiologie KT Ausbildung mit eidgenössischem Diplom - HPS Luzern

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Kurzausbildung mit Zertifikat, für privat und Therapie

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Phytotherapie Basis

Ein blühender Einstieg in die Welt der Heilkräuter

Craniosacral-Therapie KT

Studiengang mit anschliessender Höheren Fachprüfung (eidg. Diplom)

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«Kinesiologie» im Newsroom

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