Zwischen Livestream, Kinderbetreuung und Aha-Erlebnissen

Ebikon, 12. Mai 2020 – Wie gut funktioniert Online-Unterricht? Eine Studentin gibt Antwort. Sie möchte anonym bleiben.

Die Schulräume bleiben ungewohnt leer, der Unterricht läuft «normal» weiter, per Livestream. Auch praktische Kurse werden online durchgeführt – zum Beispiel mit Übungspersonen aus der Familie. Foto: Maya Jörg

Seit ein paar Wochen läuft der Unterricht per Livestream – wie ist das für dich?

Ich bin seit Ende Februar an der Heilpraktikerschule und habe erst den Basiskurs zur Craniosacraltherapeutin an der Schule selber besucht. Bei den restlichen Kursen habe ich per Livestream teilgenommen. Ich geniesse es, die Kurse von zuhause aus mitverfolgen zu können. Es ist für mich eine grosse Erleichterung, dass ich mir den Anfahrtsweg sparen kann und dadurch weniger lang meine Kinder betreuen lassen muss. Das erleichtert mir vieles und bedeutet für mich weniger Stress. Ich bin froh, wenn auch in Zukunft die Kurse online angeboten werden.

Was findest du gut, was weniger gut am Livestream?

Gut finde ich, dass wir trotz Corona-Krise die Möglichkeit haben, die Kurse zu besuchen und somit unser Ausbildungsplan nicht nach hinten verschoben werden muss. Für mich wäre es sehr umständlich gewesen, noch an anderen Daten Betreuungsmöglichkeiten für meine Kinder zu organisieren. Weniger gut am Livestream finde ich das viele Druckmaterial, dass wir nun zuhause ausdrucken müssen.

Du studierst Craniosacral, da geht es um Behandlungsabläufe, Griffe, Techniken, um Berührung. Wie lernst du das online?

Ich habe das Glück, im Basiskurs drei tolle Mitstudentinnen kennengelernt zu haben, die bei meinen zwei bisherigen praktischen Kursen mit mir den Unterricht verfolgt und mit mir zusammen geübt haben. Es war toll, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können, und wir konnten sehr viel voneinander profitieren.

Hast du einen Tipp für andere, um den Livestream-Unterricht optimal zu nutzen?

Ich fände es toll, wenn es für die praktischen Kurse mehr solche Arbeitsgruppen gäbe oder einen Zeitplan, der den StudentInnen im Voraus zugestellt wird, damit sich alle eine Übungsperson für die angegebenen Zeiten organisieren können. So kann die Unterrichtszeit optimal genutzt werden. Wenn jemand keine Möglichkeit hat, um jemanden zum Üben zu organisieren, könnte man sich ja bei der Schule melden und vor Ort am Unterricht teilnehmen.

Zum Schluss: Du bist eidg. dipl. Tourismusfachfrau und machst jetzt eine Cranio-Ausbildung, das ist ja schon etwas sehr anderes. Wie bist du dazu gekommen?

Der Wunsch, etwas in Richtung Komplementärmedizin zu machen, ist bei mir in der Schwangerschaft meines ersten Kindes aufgekommen. Ich hatte eine Woche lang mit starken Kopfschmerzen zu kämpfen, die Tag und Nacht angehalten haben. Mir wurde dann ein Dafalgan verschrieben und gesagt, dass dies für Schwangere verträglich sei. Mir war aber nicht wohl bei dem Gedanken, in der Schwangerschaft ein Medikament zu mir zu nehmen, und deshalb habe ich auf eigene Faust im Internet tolle Übungen gefunden, die mir den Nacken entspannten und mir schlussendlich das Kopfweh genommen haben. Ich wollte etwas erlernen, damit ich noch anderen helfen kann, solch schwierige Situationen auch ohne Medikamente durchzustehen. Deshalb habe ich mich für diese Ausbildung entschieden.

 

 

Was andere StudentInnen zum Online-Unterricht sagen, hier.

Auch oder gerade jetzt eine Ausbildung starten, dank modularem System und Livestreaming.

Zum Beispiel ein Einführungsmodul besuchen, wie die Studentin im Interview: Cranio: Basis.

Oder an der nächsten Info-Veranstaltung teilnehmen, online oder vor Ort, auf jeden Fall persönlich.